2 x Stockholm entdecken, bitte

Auch bekannt als das Venedig des Nordens, verspricht Stockholm seinen Besuchern in der Vorbereitung einer Reise schon sehr viel Charme. Ob ein Städtetrip nach Schweden auch das hält, was er verspricht und was man in Stockholm innerhalb von 2 Tagen entdecken kann, das möchten wir euch heute zeigen. Das Besondere ist, das wir Stockholm als Kurztrip im Winter erkundet haben, was nochmals ganz neue Herausforderungen für die Organisation einer Städtereise mit sich bringt. Deswegen lautet die oberste Priorität: Sinnvoll Packen und mit wetterfester Kleidung planen. Und gerade für Stockholm passend, ist es wichtig ausreichend Café Pausen einzuplanen. So könnt ihr nicht nur voll in die Landes-Tradition Fika eintauchen, sondern euch auch immer wieder perfekt aufwärmen. Und so starten wir unsere 2-Tages Tour durch Stockholm, in der wir nicht nur das traditionell nordische Winterflair kennenlernen durften, sondern auch den Aufbruch der jungen Design-Szene Stockholms spüren.

TAG 1 – Traditionelles Stockholm entdecken

Gamla Stan

Beginnen wir unsere Tour durch Stockholm also da, wo auch die Geschichte Stockholms einst ihren Anfang nahm in der Altstadt. Über die Drottninggatan, der Straße der Königin, kann diese erreicht werden. Hierbei ist das Besondere, dass die gerade Paradestraße wohl gefühlt die höchste H&M Dichte der Welt hat. Dass der Riese aus Stockholm stammt, ist hier nicht zu übersehen. In jedem dritten Gebäude findet sich alles bis hin zur Home Abteilung.

Doch nicht nur Läden säumen den Weg, auch die großen für Stockholm typischen Betonlöwen leiten den Besucher. Entgegen der schlichten hierzulande bekannten Variante sind diese Betonfiguren eine deutliche Geste gegen den Terror. Nach und nach wurden diese nach dem Anschlag aufgestellt und schützen Fußgänger und Touristen vor möglichen Gefahren durch LKWs. Gleichzeitig symbolisieren die wehrhaften Löwen unverrückbar das Aufbäumen gegen den Terror.

Königspalast

Danach bildet die kleine Insel Helgeandsholmen mit dem Rikdagshuset den Übergang zum Altstadtkern. Direkt neben der Monarchie und dem Schloss sitzen damit Teile des Parlaments. Diese historischen Torbögen säumen den Eingang zur Altstadt-Insel Gamla Stan und heißen Besucher willkommen. Das Schloss hingegen wird wohl noch viele Jahre durch Instandsetzungsarbeiten an der Fassade geprägt sein.

Im Gegensatz dazu geht es innerhalb der Altstadt ganz anders zu – hier kann man das traditionelle Stockholm entdecken. Der Stadtteil ist eng und traditionell bebaut. Kleine Häuser und enge Gassen wechseln sich ab, es gibt interessante Aus- und Durchblicke auf die umliegenden Stadtteile. Mit nur 90 cm Durchgangsbreite kann dort auch die schmalste Gasse, die Mårten Trotzigs Gränd, hinaufgestiegen werden.

Aktiv im Winter

Oft zu lesen ist, dass die Wasserflächen in Stockholm im Winter teilweise zugefroren sind. Und tatsächlich wurde unsere Erwartung erfüllt und in Teilbereichen konnten wir auf glitzerndes Eis und treibende Schollen blicken. Wer darauf richtig Lust bekommen hat, kann an geführten Touren, dem Schlittschuh-Wandern rund um das Stadtgebiet teilnehmen. Andererseits kann man wie wir, auch den Winter Flair im Kungsträdgarden, einem zentralen Park erleben. Dort findet man in der Wintersaison eine öffentliche und kostenlose Schlittschuhbahn, auf der auch wir unsere Runden gedreht haben.

Ein Biss(ch)en Stockholm

Nach so viel Unterwegssein, empfiehlt sich besonders beim winterlichen Städtetrip, die Einkehr in ein Museum. Gerade bei kalten Temperaturen sind Füße und Hände schnell kalt, weil wir auch beim Erkunden der Stadt den frostigen Temperaturen ausgeliefert sind. Passend dazu haben wir uns für den Besuch des Nordiska Museet entschieden, um uns zum Einstieg einen Überblick über die nordische Kultur zu verschaffen. Als Lifestyle-Museum bietet es in einem historischen Gebäude, über mehrere Etagen alles von Tischdekoration über Traditionen bis hin zu live Nordlichtern.

Und auch der knurrende Bauch will nach einem aktiven Tag wieder aufgefüllt werden. Eine zentral gelegene Option ist Barrels Burgers and Beer. Entgegen unserer Erwartung kann man hier den Abend zu normalen Preisen in einem Stockholm-design typischen Ambiente ausklingen lassen. Auch wenn Burger erstmal nicht typisch Schwedisch klingen, so hat man dort ausschließlich die Wahl unter selbstgemachten Burgern mit regionalem hochwertigen Fleisch. Eine wirklich große bunte Auswahl an Limonaden rundet das Angebot und den ersten Tag in Stockholm ab.

TAG 2 – Junges Stockholm erleben

SoFo entdecken

Frisch ausgeschlafen starten wir wieder vom zentral gelegenen Hostel Generator (auf jedenfall zu empfehlen was Preis-Leistung angeht) um noch andere Facetten Stockholms zu entdecken. Die Tour für den zweiten Tag führt uns in den Süden der Stadt, dem jungen Stadtteil SoFo. Bekannt für eine reichhaltige Auswahl an Vintage und Second Hand Läden, wird man hier nicht enttäuscht. Passend dazu gibt es auch viele kleine und individuelle Schmuck-, Kleidung und Interior Läden wie zum Beispiel Grandpa oder Tambur. Diese Kombination ist nicht zu übertreffen, denn man findet in nur einem Laden handverlesen alles was das Herz begehrt. Lasst euch beim Frühstücken ruhig Zeit, denn auch das Sofo erwacht erst gegen Mittag zum Leben.

Doch auch im hippen Szene Viertel bleibt der traditionell schwedische Charakter stets spürbar. Mitten über Södermalm trohnt die Sophia Kyrka umgeben von einem historischen Katharinen-Viertel. Dieses historische Wohnviertel kann man über alte Holztreppen erreichen, denn es liegt hoch oben und ist auf Fels errichtet. Die kleinen roten Häuser sind traditionell aus Holz gebaut und im Ursprungszustand belassen. Mitten in Stockholm kommt deshalb hier super schnell schwedisches Land-Feeling über der Stadt auf.


[fi:ka] drinking coffee along with eating something sweet

schwedische Tradition

Von Fika und Fotografiska

Hohe gesellschaftliche und soziale Bedeutung in Schweden hat die Tradition der Fika. Kurz gesagt, unterbricht man für 15-45 Minuten seine Tätigkeit um mit Freunden etwas Süßes zu essen und einen Café zu trinken. Wer könnte dazu schon nein sagen? Also haben auch wir nahezu jede Gelegenheit genutzt um in die schwedische Cafékultur einzutauchen. Natürlich wird keine Zimtschnecke ausgelassen und bei Bröd & Salt sowie Espresso House hat es uns am besten gefallen. Ganz nebenbei kann man sich dort super aufwärmen und allerhand schwedische Leckereien genießen.

Apropos aufwärmen, zum Thema Design und Kunst haben wir uns das Fotografiska ausgesucht, ein Museum, welches in einem ehemaligen Zollhaus direkt am Wasser zu finden ist. Neben dem super spannenden Souvenir-Shop, welcher sehr minimalistisch gehalten ist, findet man dort wechselnde Ausstellungen rund um die Fotografie. Dafür muss man kein Experte sein, das Konzept weckt auch Interesse wenn man nicht vom Fach ist. Besonders hat uns die Blumen Kunst von Kirsty Mitchell beeindruckt. Ganz nebenbei hat man vom obersten Geschoss aus eine atemberaubende Aussicht aufs Wasser und das Schloss.

Stockholms U-Bahn Kunst

Bekannt ist Stockholm auch für seine U-Bahn Kunst, die an vielen Haltestellen zu entdecken ist. Auffällig ist, das man dort jeweils die raue Stein Oberfläche zu Gesicht bekommt. Diese ist unterschiedlich bemalt, Themen wie Natur, die Kindheit oder Gesellschaft werden aufgegriffen. Mit dem ganz normalen Ticket kann man die Stationen anfahren und dabei jeder seinen persönlichen Favoriten finden. Von den Landesfarben blau und gelb, über Feuer an der Decke bis hin zu Kinderzeichnungen auf weißem Hintergrund (unser Favorit) kann man viel Kurioses unterhalb von Stockholm entdecken.

Stockholm entdecken 3

Aussicht und Ausklang

Ohne sich in schwindelerregende Höhen begeben zu müssen, kann man trotzdem die Aussicht über Stockholm genießen. Der Wanderweg Monteliusvägen ist leicht zu finden und man muss nur ein paar wenige Meter die Straßen hoch laufen. Doch das lohnt sich, gerade bei Sonnenuntergang hat man die beste Sicht auf das Rathaus und die Stadt. In großen Teilen war das Wasser sogar noch zugefroren. Durch den Rundumblick kann man nochmals viele Kleinigkeiten in Stockholm wieder entdecken, die man zuvor schon besichtigt hat.

Für den kulinarischen Ausklang des Abends fiel unsere Wahl auf 1889 Fast Fine Pizza. Das innovative Konzept von Selbstbedienung und Show-Kochen hat uns sofort angesprochen und dabei geht alles noch super schnell, was nicht schadet, wenn man nach einem Tag auf den Beinen besonders viel Hunger hat. Auch kulinarisch muss man auf nichts verzichten, man bekommt ausgefallene Pizza Kreationen mit saisonalen Produkten geboten mit denen man Hunger stillen und den Abend ausklingen lassen kann.


Schweden von oben

Im Gegensatz zum Hinflug welcher leider von Turbulenzen und dem holprigen Start im Dunkeln geprägt war, präsentierte sich Schweden auf dem Rückflug von seiner besten Seite. Uns entschädigt ein wolkenloser Himmel mit bester Aussicht. Ohne die lästige Wolkendecke konnten wir unter uns die komplett gefrorene Landschaft entlang der Südküste Stockholms bewundern, bevor wir abschließend die Ostsee überquerten. Abseits der Stadt öffnete sich der Blick in die weite und abwechslungsreiche Küstenlandschaft Schwedens und wir konnten von oben noch mehr als nur Stockholm entdecken. Vielmehr sieht man ein Wechselspiel von Meer, Land und Seen. Diese wunderschöne Eislandschaft macht natürlich Lust, auch die ländlichen Gebiete abseits von Stockholm zu entdecken und erkunden, was Schweden noch so zu bieten hat, vielleicht auch in einer anderen Jahreszeit. Wer von euch war schon in Schweden und Stockholm und hat Geheim-Tipps? Verratet es uns gerne in den Kommentaren, eure Tiffy

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