Auf den Norwegischen Landschaftsrouten

Reiseberichte über Norwegen gibt es genug, jedoch sind diese meist auf lange Zeiträume von mehreren Wochen ausgelegt. Hinzu kommt, dass oft nur die typischen bekannten Touristenziele behandelt werden und gerade die unentdeckten Seiten ihren Reiz haben, welche man häufig nicht auf den ersten Blick online oder auf der Karte findet. Deshalb möchte ich euch heute mitnehmen auf meinen „Kurztrip“ durch Fjord-Norwegen und euch dabei von meinen Entdeckungen auf den Wegen der norwegischen Landschaftsrouten berichten. Dazu muss man nicht unbedingt einen klassischen Roadtrip im Camper machen, man kann auch mit beliebigen Hotels die Strecken planen oder sich vor Ort überraschen lassen. Je nachdem wo zu ihr Lust habt. Nur mir liegt es meist nicht, mich lange an einem Ort aufzuhalten und so habe ich den Süden Norwegens und meine persönlichen Highlights auf eigene Faust erkundet. Dabei muss man keine Angst haben „verloren“ zu gehen, im Gegenteil, ihr werdet staunen was man alles abseits des Weges erleben kann… 

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Los geht der Trip durch die Norwegischen Landschaftsrouten

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Geiranger Trollstigen

Diese zählt mit 100 km Länge zu den bekannteren Strecken. Leider ist sie bei Busreisen beliebt, was häufig für alle Anderen zu Wartezeiten führt. Mein Tipp, erkundet die Stelle am besten früh morgens oder in der Abenddämmerung. Dann habt ihr die Aussichtsplattformen fast für euch und könnt den Wasserfall sowie die Passstraße ganz ohne Stau genießen. Ein bisschen Vorsicht was das Wetter betrifft, durch die exponierte Lage ist der Ausblick häufig durch Nebel getrübt. Hat man freie Sicht, lohnt es sich aber. Für Architekturbegeisterte gehört die Stelle definitiv zu den Highlights. Roher Beton und Cortenstahl im Zusammenspiel mit den polygonalen Formen fügen sich auf magische Weise in den Naturraum ein. Dabei steht die Kraft des Wassers und der Berge immer im Vordergrund. Durch verschieden Treppenanlagen und Aussichtspunkt, kann man den Bereich individuell bewandern. Ein Geheimtipp, ist das Juvet Landscape Hotel, in unmittelbarer Umgebung zum Wasserfall. Dort liegt der Fokus ebenfalls auf dem Kontext Naturraum und ihr könnt unvergesslich inmitten des Waldes übernachten.

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Ryfylke

Eine der längsten aber auch abwechslungsreichsten Strecken, diese verbindet den beliebten Lysefjord mit dem Landesinneren. Wie für Norwegen üblich, sind auch hier mehrere Abschnitte der Strecke nur mit Fähren zu bewältigen. Das Besondere ist, dass die Strecke auch als Rundreise gemacht werden kann, oder ihr könnt sie in euren eigenen Reiseablauf integrieren. Abseits der Standard Aussichtspunkte wie Preikestolen, säumen auch unbekanntere Ziele die Strecke. Dort ist es nicht ganz so überlaufen und man kann in Ruhe den Ausblick über verschieden Wasserfälle, kahles Gebirge und tiefe Fjorde genießen. Dabei sind die einzelnen Punkte mit Liebe zum Detail durch verschiedene Architektonische Highlights ergänzt worden, die einem als Besucher den Blick in die Natur eröffnen.

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Atlanterhavesvegen

Der absolute Traum ist die Atlantik Straße an der West-Küste Norwegens. Dort findet man die unmittelbare Verschmelzung von Naturraum und Straße. Ursprünglich zur Förderung der Fischerei errichtet, bildet sie heut ein Ziel vor allem für Motorradfahrer und Naturliebhaber. Bei gutem Wetter ist der Streckenabschnitt aber immer noch von Anglern gesäumt. Nirgendwo kann man dem offenen rauen Meer in Norwegen so nah sein. Dafür wird allerdings eine kleine Maut fällig, da ein längerer Tunnel mit extremen Gefälle auf den Straßenabschnitt führt. Also nichts für Angsthasen, aber der Preis ist völlig gerechtfertigt. Auf der leider nur wenige Kilometer langen Strecke, sollte man alle Anhalte-Punkte wahrnehmen, damit man auch garantiert nichts verpasst. Gerade bei stürmischerem Wetter ist die Strecke ein Erlebnis, da sie größtenteils aus imposanten Brückenbauwerken besteht, gegen die die Wellen schon mal klatschen können. Die bekannteste dieser ist wohl die Storseisund Brua, die stellvertretend für alle norwegischen Landschaftsrouten häufig Postkarten ziert. Bitte achtet auf eure Sicherheit, es gibt genug Parkmöglichkeiten und Stege um Fotos zu machen, auf offener Strecke sollte sich zumindest der Fahrer besser auf den doch recht regen Verkehr und die vielen Fußgänger konzentrieren.

Abseits der Norwegischen Landschaftsrouten

Auch abseits der für Touristen ausgeschriebenen Landschaftsrouten, lässt sich immer wieder Spannendes entdecken. Man findet ohne Probleme, den ein oder anderen Campingplatz mit Aussicht auf schneebedeckten Bergspitzen oder kleine feine Pavillion. Aufgrund der Topografie Fjordnorwegens ist man allerdings sehr häufig auf Fähren angewiesen. Auf den bekannteren Streckenabschnitten fahren diese regelmäßig ab, auch bis in die Abendstunden und man muss bis auf den Ticketpreis nichts beachten. Reist man aber auf eigene Faust, abseits der touristischen Pfade, sollte man sich sicherheitshalber immer informieren. Aber auch eine ungeplante Übernachtung kann Überraschungen bringen, denn man weiß ja nie was man hinter der nächsten Kurve entdeckt. Was sind eure Highlights oder Top-Ziele in Norwegen? Verratet es mir gerne in den Kommentaren, eure Mila

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