Auf dem Weg nach Avignon

Einmal nach Avignon, s’il vous plaît! Sagte mir mein Mann vor einigen Wochen, meine Antwort war kurz und knapp. Wohin bitte? Wer jetzt wie ich auch erstmal googeln musste, wo das überhaupt liegt, ist nicht automatisch eine Geografie-Null. Gerade nicht zu Wissen, wo die Orte liegen, macht den Reiz doch aus. Die kleine Stadt in der Provence von Südfrankreich liegt idyllisch am Fluss Rhône und begeisterte mich vom ersten Moment.  

Wusstet ihr, dass Avignon auch als europäische Hauptstadt des Christentums bezeichnet wurde und auch noch wird? Denn sie war von 1309 bis 1377 der Sitz der Päpste und ist bis 1791 auch noch unter der Herrschaft der Päpste gewesen. Davon ist eben derzeit vieles sichtbar und spürbar geblieben. Besonders das Herzstück von Avignon, der beeindruckende Papstpalast, lässt einen heute noch an die glorreichen Tage erinnern.

Die Geschichte von Avignon

Neben dem Papstpalast gibt es natürlich noch mehr historisches in Avignon. So geht es neben dem Palast zum Rocher des Doms, einem Felsvorsprung, welcher die historische Wiege der Stadt bildet. Hier tauften die Kelten die Stadt auf Avignon. Heute gibt es an dieser Stelle einen Garten. Von hieraus hat man einen tollen Ausblick auf den Fluss Rhône, sowie auf die gegenüberliegende Stadt Villeneuve-lès-Avignon. Dort sieht man den Turm Philippe le bel, welcher den Endpunkt Frankreichs und den Beginn der Papststadt darstellte. Er diente damals somit lediglich als Wachturm. Genauso ziehen sich durch ganz Avignon noch die ehemaligen Festungsmauern aus dem 14. Jahrhundert, welche die Stadt vor Räubern schützen sollten. Die Mauern waren damals die größte Baustelle in ganz Frankreich, 4330 Meter und 35 Türme umfasste sie. Von den damaligen 12 Haupttoren kann man heute noch 7 bestaunen.

Sur le pont d’Avignon

„Sur le pont d’Avignon“ ist ein auch bei uns ein bekanntes Volkslied über die Brücke von Avignon. Gemäß der Legende erhielt 1177 der Schäfer Bénézet die himmlische Botschaft diese Brücke zu bauen, welche 1184 bereits teilweise fertiggestellt war. Bis zum 17. Jahrhundert machte die Brücke einiges durch und viel am Ende Krieg und Naturgewalten zum Opfer. Danach wurde sie nicht mehr aufgebaut. Somit sieht man heute nur noch die Überreste der Brücke mit der letzten übergebliebenen Kapelle, im unteren Teil soll sogar der Hirte Bénézet liegen.

Unsere Route durch Avignon – Wir sind angekommen!

Als wir ankamen, machten wir direkt einen kleinen Spaziergang, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Also starten wir in der Rue Saint-Michel und kamen vorbei am Place des Corps, wo wir uns direkt ein spätes Frühstück bei Maison Violette holen. Den Laden gibt es mehrmals in Avignon und der Flan naturell ist einfach göttlich. Danach ging es durch die kleinen Gassen Richtung Papstpalast. Hier kann man lecker Mittagessen bei Le Caveau du Theatre oder einen Kaffee trinken bei Cafe Tulipe. Anschließend geht es über den Place de l’Horloge, wo nicht nur ein zuckersüsses Karussell steht, sondern es ist auch zugleich die ehemalige Papststrasse. Man kommt also direkt zum historischen Papstpalast und kann an der anliegenden Kathedrale von Avignon einen herrlichen Sonnenuntergang erleben.

Tag 2 in Avignon

Die Innenstadt von Avignon ist recht übersichtlich und alles wichtige ist fußläufig zu erreichen. Nun starten wir dort, wo der Abend endete. Nämlich direkt beim Papstpalast. Dann sind wir weiter gelaufen zum Pont Saint-Bénézet, der Brücke von Avignon. Auf der daneben liegenden Brücke kommt man auch auf die Zwischeninseln, wo man einen herrlichen Blick auf Avignon hat. Der Ort eignet sich auch perfekt für einen Sonnenaufgang, hier waren wir dann Sonntag früh und haben dabei direkt einen Flohmarkt entdeckt.

Für alle die noch weiter laufen wollen, die können noch nach Villeneuve-lès-Avignon und den Turm Philippe le bel sowie die Festung Fort Saint-Andre besichtigen. Wer wie wir aber keine Lust mehr auf weiterlaufen hatte, sollte zurück zum Papstpalast gehen. Hier startet die kleine Bahn, welche einmal quer durch Avignon fährt. Seitlich von der Kathedrale startet die Tour, einfach in die Bahn setzen. Es wird dann am Platz abkassiert. Ebenso gibt es hier ein Schild mit den Startzeiten. Also selbst wenn keine Bahn da steht, kommt die nächste recht schnell. Perfekt um schnell viel über Avignon zu erfahren und zu sehen. Ebenso war es super entspannend und tat nach dem ganzen Tag laufen gut. Den Abend kann man dann noch in der Rue des Teinturiers ausklingen lassen, hier gibt es zahlreiche kleine Bars in einer wunderschönen Gasse.

Nice to know:

Egal ob Cafe oder Restaurant, egal ob ihr drinnen oder draußen sitzen wollt. Es wird gewartet, bis der Kellner kommt. Dabei ist es mehr als einfach nur Etikette, sondern manchmal gibt es bestimmte Bereiche, welche zum Beispiel nur für Mittagessen vorgesehen sind. Auch wir haben uns augenrollend einen Tisch weiter gesetzt, weil wir falsch saßen.

Überlegt euch vorher, welche Cafes, Restaurants und andere Einrichtungen ihr wann besuchen wollt. Wir standen auch schon vor verschlossenen Türen, da hier einige Nachmittags zu haben und erst abends wieder öffnen. Einfach auch einen Mittagsschlaf machen!

Leckeres Streetfood? Die Pizzen bei Pizzette auf der Rue de la Republique sind richtig lecker und perfekt als Mittag-to-go. Ebenso sollte man unbedingt in der Markthalle Halles d’Avignon vorbeischauen. Da sollte für jeden was dabei sein, besonders wenn man selbst kochen möchte.

Letzter Tag – jede Reise hat ein Ende!

Am Sonntag haben wir noch den Sonnenaufgang auf der Zwischeninsel mit Blick auf den Pont d’Avignon genossen und sind durch die menschenleeren Gassen gewandert. So früh am morgen herrscht hier eine wunderschöne Magie. Danach gab es noch was Süßes von La Tropezienne. Da muss man zwingend hin und die besten Maccarones probieren. Ich war wirklich so begeistert und hätte viel mehr mitnehmen sollen.

Abschließend kann ich Avignon wirklich sehr empfehlen, vor allem für Paare ist es hier einfach zauberhaft. Ich mochte so sehr die Magie des Ortes, die Innenstadt sieht noch sehr unberührt und mittelalterlich aus. Das versprüht einfach einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Kennt ihr Avignon schon und hatten ihr diesen Ort mit auf eurer Reiseliste? Ich muss zugeben, bei mir war sie nicht mit drauf und ich hatte diesen tollen Ort überhaupt nicht im Sinn. Motiviert durch meinen tollen Trip, möchte ich mehr eher unbekannte Orte entdecken. Habt ihr eine Empfehlung für mich? Verratete es mir einfach in den Kommentaren, eure Tiffy.

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